2013-04-02

Wir bekommen Zuwachs und so viel verraten wir schon mal - es ist ein Mädchen!

9 Monate Brutzeit war gestern, scheinbar in Lichtgeschwindigkeit erwarten wir bereits ein neues Mitglied in unserer Familie. Letzte Woche noch bei uns in Kopenhagen zu Besuch, haben wir sie endlich dazu gebracht, die Welt mit ihrem hochkarätigen Wissen über Kosmetik, Pflege und Ernährung ein bisschen besser zu machen. 
Für Unterhaltung ist auf jeden Fall ab heute im Dreierpack gesorgt. Charmant wie eh und je wird euch unsere Bloggerschwester künftig vegan erziehen und zu wahren Make-Up Artists ausbilden. Wir präsentieren voller Stolz: unsere zugegeben nicht mehr so kleine Erika.

2013-04-01

Artisten, Dompteure und Blogger




Hereinpaziert, hereinspaziert! Manege frei für Zebras, Kamele und uns. In Kopenhagen ist der Zirkus los und wir sind mitten drin im Land des Unglaublichen und Atemberaubenden. Auch, wenn wir uns weder auf Hochseile noch Elefanten geschwungen haben, gibt's hier das erste Fotoprojekt seit langem zu bestaunen.














Rausgehen lohnt sich - immer. Die Gleichung lautet 'keine Erwartungen haben' plus 'am Ostersonntag gegen den eigenen Willen im Wind spazieren gehen' gleich 'Kuchen für umme mitten auf der Straße bekommen'.
Wer nebenbei hohe Erwartungen an irgendwas -oder wen hat, wird meist mit einem Hauch von nichts beschenkt. Ende der Durchsage.

2013-03-30

Alle Jahre wieder - das kleine Festival Einmaleins












Seit der ersten Bestätigungswelle und dem vermeintlichen Frühlingsanfang laufen unsere Gehirne auf Hochturen, was die Festivalsaison 2013 betrifft. Auf Regen folgt ja bekanntlich Sonne und auf Prüfungen Festivals. Wo das hart verdiente Geld aus dem schlecht bezahlten Studentenjob jedoch hin fließt, will gut überlegt sein. 

Um sowohl euch als auch uns die schwere Entscheidung zu erleichtern, haben wir unsere Favoriten aus dem großen Festivalteich gefischt und versuchen für Klarheit zu sorgen. Denn was für die einen seit Jahren glasklar ist, sorgt bei den anderen für ein alljährlich wiederkehrendes Kopfzerbrechen.
Dabei sei erwähnt, dass Pogen, Moshen und Co. nicht gerade zu unseren Stärken zählen und wir nur ungerne Mittelalterrobe tragen, ziehen wir dem friedlichen Musikgenuss und Woodstock-Tanzeinlagen vor.

Mit Pauken und Trompeten präsentieren wir euch feierlich unsere Top 3 der diesjährigen Festivalkandidaten:


MS Dockville

Tatort: Hamburg.
Der frühe Vogel fängt den Wurm, zumindest beim Dockville. Denn in dieser Hinsicht schlägt das Festival im Norden die anderen beiden Anwärter locker. Für schlappe 68 Euro in Preisstufe 1 gibt’s beim Dockville drei Tage voller alternativer Newcomer, bekannten Leckerbissen aus Indie & Pop. Es sei gewarnt, denn Stufe 1 ist, wie alle darauf folgenden, auf eine bestimmte Anzahl von Karten limitiert.
Der Schnäppchenjäger kommt hier voll und ganz auf seine Kosten - und oben drauf lockt das Dockville mit dem Kunstcamp, das bereits vor offiziellem Festivalbeginn, sowie währenddessen besucht werden kann - ohne Aufpreis, versteht sich.

Melt!

Nicht weniger gut und nicht viel teurer meldet sich auch in diesem Jahr das Melt im Osten Deutschlands mit breit gefächertem und gemischtem Programm zu Wort. Von Daughter über The Knife, bis hin zu Elektrobeats und Hip Hop, weiß das Melt! mit seiner Vielfalt an Genres zu überzeugen und haut den Besuchern massenweise no-names sowie internationale Weltstars um die Ohren.
Als großen Pluspunkt entpuppt sich die durchdachte Organisation, die sich nicht nur auf die Festivalplanung beschränkt, sondern bis hin zur Anreise geht. Der Melt! MiXery Beds On Wheels Hotelzug bringt sogar uns Nasen aus dem tiefsten Süden Deutschlands komfortabel und unkompliziert ans Festivalgelände, wo Baggersee und sechs Bühnen bereits auf die Besucher warten.

Roskilde 

Roskilde – der vermeintliche Underdog und Konkurrent aus Dänemark hat das Potenzial seine beiden deutschen Gefährten aus dem Hinterhalt auszustechen. Da es sowohl skandinavische Newcomer, als auch bekannte Größen auf seine Bühnen holt, bietet das Roskilde eine Woche voller Hippie-Flashbacks und Woodstock-Eskapaden. In dänischen Kreisen wird auch von einer ‚Reise in eine andere Zeit’ gesprochen.
Schaulaufen à la Dockville gibt es beim Roskilde nicht, denn dieses ist nicht nur bei der alternativen Szene beliebt, sondern überall in Dänemark. Dennoch muss man zugeben, dass es für alle Modeliebhaber auf dem Roskilde die vermeintlich schrägsten und authentischsten Festivallooks zu entdecken gibt.
Die Anreise in den hohen Norden erschwert allerdings den Besuch und dennoch ist dieses Festival sein Geld absolut wert. Denn eine Woche Festival bekommt man selten so gemütlich und friedlich serviert.


Pro Plateau.











Plateau ist wieder angesagter denn je. Und das mehr als zu recht. Ich für meinen Teil sage Daumen hoch für das Comeback aus den 90er Jahren. Die Gründe dafür sind relativ simpel. 

Plateau ist die perfekte Lösung für all diejenigen, die nur ungern auf Absätzen laufen und dennoch hoch hinaus wollen.
Einziger Wehmutstropfen: Das Bein wird bei einem geradlinigen Plateauabsatz leider nicht gestreckt, aber auch ohne optische Streckung verleiht er dennoch jedem Outfit das gewisse Etwas.
Besonders Plateauabsätze bis zu 4cm sind nicht nur ungemein bequem, sondern durchaus alltagstauglich.

Vorbei sind also die Zeiten der grausamen, klobigen Buffalo-Plateauboots – im 21. Jahrhundert erstrahlt der Plateauschuh in neuem Glanz. Auch wir sind bereits ganz angetan und präsentieren euch unsere treuen Wegbegleiter.


Von links nach rechts:

Vagabond Korcula Sneaker in Weiß. 
Überzeugt durch die gute Verarbeitung & stabiles Material. Den Preis von 50€ finden wir daher absolut gerechtfertigt. Erhältlich in Schwarz & Weiß, als auch mit einem knöchelhohen Schafft.

H&M Sneaker in Schwarz.
Die billigere Alternative zum Vagabond Modell. Mit rund 20€ schlägt das schwedische Modehaus die Konkurrenz. Allerdings lassen Material & Verarbeitung auch zu wünschen übrig - heißt: der Schuh verzieht schnell seine Form. Dennoch bleibt das preiswertige H&M Modell eine würdige Alternative und ist in der aktuellen Kollektion in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich.

Won Hundred Ledersandalen.
Eine gelungene Kombination aus schicker Sandalette und Plateauschuh des dänischen Labels Won Hundred. Preislich rangiert der Schuh im höheren Preissegment und schlägt mit ca. 200€ zu buche. Wir haben den Schuh auf dem Flohmarkt für unglaubliche 10€ erstanden. 

DICO Lederstiefel.
Ein etwas gewöhnungsbedürftiges Modell, dass allerdings an regnerischen sowie schneereichen Tagen zu überzeugen weiss und auch matschigen Festivaltagen trotzt. Wir fanden den Schuh unglaublicherweise nachts in einem Berg von Schuhen vor der Ladentür - neu & ungetragen. Ansonsten wäre das Portemonnaie nun um 200-300€ leichter.

Creepers mit Nieten.
Der Alltime-Favourite und Allrounder mit relativ niedrigem Plateauabsatz von gerade einmal 2cm. Nachteil: Bereits beim ersten Tragen lösen sich die Nieten. Für insgesamt 50€ (inklusive Versand) gibt es den Schuh online. Wir mögen die billige Variante, müssen aber auch gestehen, dass sich aufgrund der Verarbeitung das Originalmodell wohl eher gelohnt hätte.




2013-03-29

H&M Conscious Collection zwischen Schein und Sein











Auch, wenn ich an drei von vier Tagen an der Uni nicht gerade davon überzeugt bin, dass ich aus jeder der Vorlesungen wirklich etwas Überlebenswichtiges mitnehme, regt sie mich doch allzu oft zum Nachdenken an und schult in gewisser Weise mein Bewusstsein für Alltägliches. An dieser Stelle sei ein Lob für die guten Bildungswege in Deutschland ausgesprochen, anstatt immerzu über alles und jeden herzuziehen.



Würde ich nämlich gerade nicht zwecks einer Hausarbeit zum Thema nachhaltige Textilproduktion recherchieren, hätte ich bei der neuen H&M Conscious Collection (s.o.) nur zwei Dinge gedacht. Zum einen, dass diese grünen Dschungelprints und Glitzersteine absolut nicht zu meiner immer grauer werdenden Kopenhagen-Garderobe passen würden und, dass die Kollektion aus allen möglichen Grünvariationen scheinbar eine alltagstaugliche Low-Version der Sommerkollektion 2013 vom japanischen Designergenie Kenzo (s.u.) darstellen soll.









































Ignorieren wir also das Offensichtliche und widmen uns dem Essentiellen, nämlich der Frage 'Wie bewusst und nachhaltig ist sie denn eigentlich, diese 'Conscious Collection'. Seit das schwedische Modehaus vor einiger Zeit durch Negativschlagzeilen zu Themen wie Niedriglöhne und Arbeitsbedingungen glänzte und am Pranger der Öffentlichkeit stand, bemüht es sich mehr als jedes andere seiner Art, mit Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit zu werben. Natürlich hat der Moderiese als Folge der öffentlichen Kritik seine Richtlinien verschärft und die Produktion zu Gunsten der Umwelt verbessert, aber wieviel ist wirklich wahr vom Umschwung des gewinnorientierten Vielproduzenten hin zum bewussten Umweltverbesserer.

Fakt ist, dass Kollektionen wie die Conscious Collection zu einem etwas höheren Preis angeboten werden als alle restlichen H&M Produkte, was darauf schließen lässt, dass der Endnutzer für die bessere Produktion mehr bezahlt und laut aktueller Marktforschung auch immer mehr bereit ist zu tun. Aber was bringt eine bewusste Kollektion, wenn der Rest weiterhin unter dem Kostenfaktor steht und der niedrige Preis immer noch das Aushängeschild der Firma bleibt?

Es soll gesagt sein, dass ich weder Firmen interne Fakten zur Produktion angeben kann noch mit den genauen Produktionsrichtlinien der Conscious Collection vertraut bin. Trotzdem finde ich, dass man solche und ähnliche Projekte nicht einfach hinnehmen und sich nach ihrem Erwerb kurzerhand als Weltverbesserer präsentieren sollte. Man sollte vielmehr weiterhin kritisch bleiben und sich informieren, denn mit Nachhaltigkeit zu werben und wirklich nachhaltig zu produzieren sind zwei verschiedene Dinge.

Meine Hausarbeit nimmt diesbezüglich das schwedische Junglabel Gina Tricot unter die Lupe, das ebenfalls eine organische Linie führt und somit bösen Zungen zuvor kommt. Es lohnt sich, die Homepage von Gina Tricot genauer zu durchforsten, als lediglich den Onlineshop dort aufzusuchen. Bei genauem Hinsehen fällt nämlich auf, dass der ganze Konzern auf umweltbewussten Beinen steht bis hin zum mit Ökostrom betriebenen Hauptsitz. Diese Firma verschleiert offensichtlich nicht nur durch große Werbeplakate vergangene Skandale sondern steht wirklich hinter der Mission des nachhaltigen Produzierens. Kein Pelz, keine schädlichen Chemikalien – dafür steht Gina Tricot und startete 'the good project' mit seiner Kleidung aus organischer Baumwolle. Es ist wünschenswert, dass auch andere Firmen so ehrlich den Kostenfaktor zu Gunsten der Umwelt senken würden.

Genaue Informationen und Grund zum Staunen gibt's auf www.ginatricot.com

Hallo, mein Name ist Linda. Sauberkeitsfetischistin.











Von meinem Auslandsaufenthalt habe ich ja bereits im Vorfeld einiges erwartet, doch niemals dass ich bereits nach zwei Monaten als Sauberkeitsfanatikerin entlarvt werde.

Drehen wir die Zeit einmal zehn Jahre zurück. Damals sah die Sache ganz anders aus. Als pubertierender und unausstehlicher Teenager lag ich quasi  im Dauerstreit mit meiner Mutter. Tatmotiv: Das Unvermögen das eigene Zimmer ansehnlich zu halten. Mission „Zimmer auf Vordermann bringen“ hielt an guten Tagen meist gerade einmal 24 Stunden. 
Seitdem sind nun einige Jahre vergangen. Ich habe nicht nur die Pickel hinter mir gelassen, sondern auch mein Kinderzimmer im Elternhaus. Ich hause mittlerweile in meinen eigenen Vier Wänden und habe erstaunlicherweise weniger Probleme diese sauber zu halten.

Heute schreiben wir das Jahr 2013. Patricia & ich leben seit zwei Monaten in Kopenhagen. Zuerst in einer Familie, es folgte der Rauswurf. Also zogen wir in unsere eigene Wohnung. Vermuteter Grund für den Rauswurf: Wir wahren wohl zu sauber.
Doch auch in der neuen Wohnung war der Hygiene-Gott nicht auf unserer Seite. Es dauerte die halbe Nacht, forderte aufgequollene Nägel und endete mit einem Würgereiz um die Spuren der Vormieter zu beseitigen.


Seither frage ich mich: Bin ich mit 22 Jahren zu sauber oder alle anderen einfach nur dreckig?
Kann man überhaupt zu sauber sein? Oder wird auf Sauberkeit heutzutage schlichtweg keinen Wert mehr gelegt?
Ich komme nicht drum herum, ich fühle mich spießig. Als Kind der Generation S.O.S – Do it Yourself kann und will ich nicht verstehen, wieso das traute Heim nicht gemütlich sein sollte.
Immerhin sind Gemütlichkeit und Sauberkeit keine Frage der Größe des Geldbeutels.
Selbst Sonja Kraus hat bewiesen, dass sich auch mit wenig Mitteln und einer guten Portion Kreativität etwas zaubern lässt. Also kann es doch nicht so schwer sein?




Ich werde diesem Mysterium weiterhin nachgehen und das Gefühl des Spießig-Seins wohl nie ganz ablegen.
Diesen Beitrag widme ich meiner Mutter, die schließlich das erreicht hat, wogegen ich all die Jahre angekämpft habe: Ich werde wie sie. Ich gratuliere.

Darf ich vorstellen? Linda, ich mag es gerne sauber und mein Freund wünscht sich sehnlichst ich hätte einen anderen Tick. Nymphomanie fände er ganz gut.